#einackerammeer, Familie, Natur, Schleswig-Holstein

Neues aus Birkenmoor: Geh weg, Du olle Quecke!

27. Mai 2017

Kommen wir zum zweiten Teil unseres Berichts aus Gut Birkenmoor der auch folgendermaßen heißen könnte: „Wie ich den Möhren frühzeitig ihr Gemüseleben raubte und das junge Bohnenkraut unter Erdbergen vergrub“.  Ok. Wir waren im Urlaub. Zwei Wochen. Wunderschön. In Portugal. Viele haben uns das gegönnt. Unser Gemüsegärtchen auf Gut Birkenmoor nicht so. Gespannt wie drei Flitzebögen tauschten wir am Vatertag, einen Tag nach unserer Rückkehr nach Kiel am Nil, den Atlantik gegen unseren Acker. Dieser sah von weitem sehr fröhlich aus – nämlich hübsch saftig grün. Doch in Ackers Angesicht war klar, was da so knallgrün strahlte: Quecke und Disteln. Überall. Verflixt. Wir elendig faulen Gärtner wir!
KaN_GutBirkenmoor_QueckenFeld_Foto_(c)www.kielamnil.deKaN_GutBirkenmoor_Quecke_Foto_(c)www.kielamnil.deUnd so ging es direkt ran ans Werk  – ein Werk, das sich zu einem fünfstündigen Opus entwickelte. Dank der fiesen Disteln und dem noch viel fieseren Queckengras (von wegen ein wenig gießen, den Gemüse-Newcomern Hallo sagen und dann ab zum Strand). Die Dame einer anderen Parzelle klärt uns auf, was wir jetzt machen müssen: RAUS DAMIT! UNBEDINGT! MIT WURZELN! ALLE! EINZELN!

KaN_GutBirkenmoor_SchubkarreUnkraut_Foto_(c)www.kielamnil.deAlles klar, kein Problem. Alle sechstrillionen Quecke-Gräser also, und die pieksigen Disteln und auch das eine oder andere weitere Unkraut. Fragt sich nur: WAS hier ist eigentlich das Unkraut und was eine Jungpflanze? Diese Frage stelle ich mir allerdings erst, als ich schon mitten im Mittagssonnen-Unkraut-Rauszupf-Rausch bin – also leider ein wenig zu spät für eine Reihe heranwachsender Möhren und das komplette Bohnenkraut. Dies alles war nämlich noch so winzig, dass ich es einfach rupfte oder mit der aufgehackten Erde und kleinen Findlingen erbarmungslos überschüttete. Ups!

Dies bemerkte ich, als ich ENDLICH begann, unsere Parzelle mit denen unserer Nachbarn zu vergleichen. Diesen Quecken- und Distellosen da. Dort nämlich gab es rund um die Jungpflanzen fast nichts als schöner, reiner, brauner Erde und ich musste nur noch rüber luschern: „Aha, diese grünen Dinger da mit diesen Blättern sind hier wohl richtig – die anderen müssen raus raus raus!“
KaN_GutBirkenmoor_FüßeGießen_Foto_(c)www.kielamnil.deKaN_GutBirkenmoor_AckerEinblick_Foto_(c)www.kielamnil.deWährend wir beim Ackern unsere Nasen in den staubigen Acker und unsere Gesäße Richtung Sonne streckten, verging die Zeit wie im Maikäfer-Flug. Andere Gärtner-Familien kamen und gingen wieder, gaben uns hilfreiche Tipps und Mini O verwandelte sich dank der Mischung aus Gießstation und viel viel brauner Erde zu einem kleinen hungrigen Schlammmonster.KaN_GutBirkenmoor_SteineWegschaffen2_Foto_(c)www.kielamnil.de.jpgKaN_GutBirkenmoor_SteineWegschaffen1_Foto_(c)www.kielamnil.deKaN_GutBirkenmoor_VerdientePause_Foto_(c)www.kielamnil.deDann schauten wir auf die Uhr: Fünf Stunden rum! Trinkwasser alle. Kaum Essen mitgebracht. Immerhin: Ein Großteil der Quecke war futsch und weg (fürs Erste), alle Pflanzen gegossen und die Kartoffeln und Buschbohnen wurden liebevoll angehäufelt (ein bisschen Liebe vergeben tat gut nach all dem Unkraut-Unmut), hinzu kam jedoch auch eine leise Ahnung: Unser #EinAckerAmMeer wird immer wieder voller kleiner, unliebsamer Überraschungen stecken und bis zum Erntedank gibt es noch eeeiniges zu tun – nicht allzu lange in den Urlaub fahren zum Beispiel 😉

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Allerlei Ackerei: Startschuss auf Gut Birkenmoor

Ein Acker am Meer

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