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Unter Euren Betten

19. Oktober 2015

„Wenn ich FRÜHER mal wieder große Lust auf Anarchie hatte, drehte ich oben in meinem Zimmer den Kassettenrekorder voll auf Anschlag. Die eingelegte Death Metal Kassette hatte ich von meinem großen Cousin Lasse Bolle Boje stibitzt. Der ist schon immer sieben Jahre älter als ich und trug stets schwarze T-shirts mit grimmigen Gesichtern drauf. Und er hatte suuuper schöööne lange Haare, aber er weigerte sich immer, wenn ich ihm Zöpfe flechten wollte. Doofmann. Heute hat er kreisförmigen Haarausfall. Tja.
Also wie gesagt, dann drehte ich halt Death Metal auf und mir dabei die Ohren mit meinen Teddybären zu, so schrecklich übel war die Musik. Die haben so doll geschrien, als ob ihnen jemand die Schokolade weggenommen hätte. Aber es hat gewirkt. Meine Eltern haben sich total aufgeregt und den Satz aller Sätze los gelassen: Diese Jugend von heute! Heimlich aber habe ich immer ihre ollen Beatles Platten gehört, denn meine Eltern hatten tatsächlich mal einen guten Musikgeschmack. Aber HALLO, welche Kinder hören denn bitte freiwillig die gleiche Musik wie ihre Eltern?“

Bett_Krakauer„Du Käptn Muddi, das ist ja wirklich super interessant. Aber was willst du mir überhaupt damit sagen?“
„Dass Du Dich nicht grämen musst kleiner Krakauer, dass ich Deine neue CD genauso liebe wie Du. Das ist nicht uncool. Das ist großes Glück für uns beide!“
„Du hast „Unter meinem Bett“ mitgehört?
„Ja, und das liegt wiederum daran, dass Du die Musik bis zum Anschlag aufgedreht hast. Danke nochmal dafür, wirklich phantastisch Deine neue Platte.“
„Ja, aber Moment mal, Du hast schon den Text eines meiner Lieblingslieder verstanden: IMMER MUSS ICH ALLES SOLLEN! JETZT LASS MICH DOCH ENDLICH AUCH MAL WAS WOLLEN!“
„Ja, habe ich. Du hast ja Recht.“
„Echt?“
„Ja, ich muss ja selbst oft den Kopf darüber schütteln. Seitdem ich Käptn Muddi bin, habe ich so viel „Nein“ gesagt wie noch nie in meinem Leben zuvor. Ich habe quasi eine Nein-Flatrate-Abo bei Konrad Duden abgeschlossen.“
„Ja, Du sagst soooo oft Nein. Und das nervt uns alle voll an. Also hörst Du jetzt endlich auf damit?“
„Nein. Aber das phantastische Lied von Gisbert zu Knyphausen können wir gerne öfter und laut hören. Wusstest Du, dass ich schon auf einigen Konzerten von ihm war? Er ist wirklich ein großartiger Singer/Songwriter.“

„Ein WAS ist der? Ich dachte, der ist ein Rock Star?“
„Für uns schon, na klar. Singer/Songwriter kannste dir so vorstellen, wie wenn Janosch oder Helme Heine, also große Geschichtenerzähler, auch noch zur Gitarre greifen und ihre Geschichten nicht nur schreiben, sondern auch singen würden. Oder wenn Leude wie Sido oder Scooter in ihren Liedern wirklich was zu erzählen hätten, singen könnten und Instrumente spielen würden. Dann wären sie auch Singer/ Songwriter. Vielleicht. Aber so einfach ist das halt nicht!

Die da von „Unter meinem Bett“ aber können das alles, und jetzt haben sie ihren feinen Erzähl-Fühler auch für Kinder ausgestreckt und ihnen 13 tolle Lieder gewidmet. Und das berührt mich. Weil ich immer denke, ich verstehe Euch. Aber obwohl Ihr noch so klein seid, sind Eure Geister schon so groß und Eure Seele so empfindsam. Und wenn ich mir dann die Lieder auf „Unter meinem Bett“ über Freundschaft, Liebe, Allein sein, Ferien, Sommerkinder, Superkräfte und Anarchie anhöre, öffnen sie mir über die Ohren meine Augen. Da muss ich mir ja fast Scooter reinziehen, um mich zu erden und nicht gleich vor Rührung anzufangen zu weinen.“

„BOAH Muddi. Das ist echt peinlich. Besser mal was Interessantes: Wusstest Du, dass „Kommissar Ärmchen“ von Olli Schulz ein Freund von mir ist? Früher hat er ein Korallenhaus weiter gewohnt und Montagabends haben wir immer Großstadtrevier in der Glotzkiste geguckt. Schon damals hat er gesagt, dass große Haie und kleine Fische genau sein Ding sind. Und er sich vor nichts und niemandem fürchtet! Und nun widmet der Schulzen Olli dem Ärmchen ein ganzes Lied. Abgefahren!“

„Ich wusste gar nicht, dass es Unterwasser auch Polizei gibt!“
„Ja klar, von Gaunergarnelen bis zu räuberischen Regenbuntbarschen schwimmt da alles rum. Und ich dachte, Ihr Erwachsenen wisst immer über alles Bescheid. Du solltest Dir ein Beispiel an Pohlmanns „Maulwurf“ nehmen. Der ist nicht so wie Ihr. Ihr denkt ja, nur weil ihr groß seid, habt Ihr schon alles gesehen und müsst gar keine Fragen mehr stellen. Dann weißt Du also auch nicht, warum Wolfgang Müllers „Lied von den Wölfen“ so 1a-korrekt Freundschaften beschreibt. Das ist nämlich weil Wölfe immer zusammen halten. Sie sind eine Gäng. So wie wir – Kalle, Hansfranz, Wampe, Lagerfeld, Ruby und ich. Das ist wichtig. Denn dann muss ich keine Angst vor niemandem haben!“

„Ja, vielleicht hast Du Recht. Bestimmt sogar sehr viel, kleiner Krakauer. Ich verspreche dir hiermit, wieder neugieriger zu werden. Also wollen wir beide jetzt mal den „Tee von Eugenia“ probieren? Dieses seltsame Heißgetränk, von dem Francesco Wilking und Moritz Krämer singen?“
Bett_Tasse Bett_Rezept„Ja gleich, aber eins wollte ich noch unbedingt wissen: Ich frage mich wirklich, woher zum Kuckuck der Nils Koppruch so genau weiß, was alles Unter meinem Bett liegt?“
„Vielleicht weil der jetzt im Himmel singt und von da aus besser sehen kann. Vielleicht aber auch einfach, weil er selbst mal ein Kind war, das unter seinem Bett allerhand Zeugs versteckte. Denn soll ich Dir jetzt mal was verraten – unter meinem Bett sah es ganz genauso so aus. So ist das halt. Das ist die wahre Bestimmung des Leerraums unter jedem Bett. Nicht nur bei Kindern. Und manchmal, da wünsche ich der ganzen Welt ein Universum großes Bett, da kann dann die Welt alles Nervige drunter schieben und endlich mal wieder ruhig schlafen. Und hat auch plötzlich mehr Zeit für die aller wichtigsten, Euch Kinder. Denn Aufräum-Anarchie hin oder her – mit Euch zu tanzen, ist immer noch das Schönste.“

***JUHU! GESCHENKSPIEL FÜR EUCH****

„Unter meinem Bett“ ist am 16. Oktober bei Oetinger audio erschienen
und Krakauer schenkt Euch von Herzen gerne diese astreine Scheibe .

Wie das geht? So:
Bitte beantwortet bis Freitag, 23. Oktober 10 Uhr folgende Frage:

Wenn es nach Krakauer geht, würde er noch fünf Kieler Regenbogensprotten mit Nasenring und Eukalyptusgeschmack in den Tee geben. Welche besondere Extrazutat würdet Ihr dem „Tee von Eugenia“ beimischen?

Antworten könnt Ihr HIER im Kommentarfeld ODER bei Kiel am Nil auf Instagram ODER bei Kiel am Nil im Facebook. Einmal reicht. Es wird gelost. VIEL GLÜCK.

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